Fliesen versiegeln: Anleitung, Tipps, Infos

Fliesen gehören für viele Menschen zum Alltag. Egal ob im Bad, in der Küche oder im Wohnbereich: dieser klassische Bodenbelag wartet mit vielen Vorteilen auf. Damit auch wirklich alle von den entsprechenden Vorzügen profitieren können, ist es wichtig, sich unter anderem auch eingehend mit der Pflege von Fliesen auseinanderzusetzen.

Immerhin werden die entsprechenden Bereiche oft stark belastet. Umso wichtiger ist es, hier vorzusorgen. Viele entscheiden sich in diesem Zusammenhang dafür, ihre Fliesen zu versiegeln. Aber warum eigentlich?

Warum ist es wichtig, Fliesen zu versiegeln?

Keine Frage: Auch wenn es sich bei Fliesen um einen besonders stabilen und robusten Bodenbelag handelt, kann dieser im Laufe der Zeit verkratzen und / oder matt werden. Auch der harte Ton ist selbstverständlich nicht „unbesiegbar“. Hinzu kommt, dass das Material jeden Tag von äußeren Einflüssen angegriffen wird.

Wer seinen Fliesenboden optimal schützen und gleichzeitig dessen Optik möglichst lange erhalten möchte, sollte sich dazu entschließen, die Fliesen zu versiegeln. Auf Basis der entsprechenden Schicht kann verhindert werden, dass sich vorzeitig Verschleißerscheinungen zeigen. Zudem kann auf Basis der Versiegelung verhindert werden, dass Wasser eindringt und der Gesamteindruck leidet.

Müssen alle Fliesen versiegelt werden?

Grundsätzlich gilt, dass alle Arten von Fliesen versiegelt werden können. Hierbei wird vor allem zwischen Feinsteinzeugfliesen, Steinzeugfliesen und Steingutfliesen unterschieden. Aufgrund der Tatsache, dass sich alle drei genannten Varianten unter anderem auch durch ihre Oberfläche voneinander unterschieden, ist es jedoch wichtig, die Versiegelung an die jeweilige Fliesenart anzupassen. (Auf weitere Fliesenarten wird im Abschnitt „Arten von Fliesen“ eingegangen.)

Zudem erweisen sich manche Fliesenarten im Alltag als anfälliger als andere. Wer sich in seinem Wohnbereich beispielsweise für Steingutfliesen entschieden hat, sollte wissen, dass es sich hierbei um einen – im Vergleich zu anderen Fliesenarten – eher empfindlichen Bodenbelag handelt. Unter anderem sind die Steingutfliesen dazu in der Lage, vergleichsweise viel Wasser in sich aufzunehmen. Weiterhin ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie brechen, höher als bei anderen Fliesenarten.

Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte in jedem Fall alle Fliesen versiegeln. Je anfälliger der Bodenbelag jedoch für Beschädigungen ist, desto wichtiger ist es, hier keine Kompromisse einzugehen. Auch die Frequenz der Nutzung sollte berücksichtigt werden. Ein Bodenbelag, der öfter genutzt wird, sollte in jedem Fall mit einer entsprechenden „Schutzschicht“ versehen werden.

Arten von Fliesen

Wie bereits erwähnt, stehen in der heutigen Zeit gleich mehrere Arten von Fliesen zur Auswahl, wenn es darum geht, den passenden Bodenbelag für den eigenen Bedarf zu finden.

Die folgende Übersicht hilft weiter, die eigenen Möglichkeiten besser zu beurteilen:

  1. Steingutfliesen
    Steingutfliesen sind eher offenporig und können maximal 10 Prozent Wasser in sich aufnehmen. Sie sind nicht frostsicher und kommen daher vor allem im Innenbereich zum Einsatz.
    Diese Fliesenart kann unter anderem aus Ton, Quarz oder Kreide bestehen und wird vor allem zur Wandgestaltung verwendet. Wer Lust auf die glänzende Variante hat, kann sich unter anderem dazu entschließen, den entsprechenden Bereich mit einer Politur zu behandeln.
  2.  

  3. Steinzeugfliesen
    Bei Steinzeugfliesen handelt es sich schon um seine etwas robustere Variante, die unter anderem nicht nur an der Wand, sondern auch im Bodenbereich eingesetzt werden kann. Aufgrund der gebotenen Stabilität können Steinzeugfliesen auch im Außenbereich angewendet werden. Die Masse an Wasser, die durch diesen Bodenbelag aufgenommen werden kann, liegt bei etwa 3 Prozent.
  4.  

  5. Feinsteinzeugfliesen
    Feinsteinzeugfliesen zeichnen sich durch fast komplett geschlossene Poren aus. Eine Politur sorgt zudem für eine charakteristische und ansprechende Optik. Auch wenn die Poren auf der Oberfläche durch dieses Vorgehen wieder ein wenig offener werden, hat es Wasser bzw. Flüssigkeit sehr schwer, hier einzudringen. Für einen möglichst geringen Pflegeaufwand sollten die Fliesen zunächst imprägniert und dann zusätzlich versiegelt werden.
  6.  

  7. Natursteinfliesen
    Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, bestehen Natursteinfliesen tatsächlich aus Naturstein. Diese Bodenbelagsvariante gilt als sehr edel und qualitativ. Besonders beliebt sind die Varianten aus Marmor und Granit. Mit Hilfe einer Versiegelung kann der Bodenbelag noch besser geschont werden.
  8.  

  9. Terracotta Fliesen
    Terracotta Fliesen zeichnen sich durch vergleichsweise große Poren aus. Hier wird ein Versiegeln dringend empfohlen.

Mehr zu Fliesenarten und ihren Eigenschaften erfahren Sie hier.

Fliesen imprägnieren oder versiegeln: Was ist der Unterschied?

Viele Menschen sind der Meinung, beim Versiegeln und beim Imprägnieren handele es sich um denselben Arbeitsschritt. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Denn: beide Vorgehensweisen unterscheiden sich vor allem dadurch, wie tief die Imprägnierung bzw. Versiegelung in das Material eindringt.

Für die Imprägnierung gilt, dass die verwendete Flüssigkeit dazu in der Lage ist, besonders tief auch in kleinere Porenöffnungen einzudringen und diese somit zu schließen. Die Flüssigkeit, die jedoch zum Versiegeln genutzt wird, ist dicker und dementsprechend nicht dazu in der Lage, komplett auch in die kleinsten Poren vorzudringen. Vielmehr wird auf ihrer Basis eine Art Schutzschicht gebildet.

Eines haben Imprägnierung und Versiegelung dann jedoch gemein: sie halten nicht „ewig“. Je nachdem, wie intensiv der entsprechende Bodenbereich genutzt wird, wird es nötig, hier etwas nachzuarbeiten.

Fliesen versiegeln: Dusche

Wer an Fliesen im Wohnbereich denkt, denkt oft unweigerlich an das Badezimmer und die Dusche. Wenn es einen klassischen Ort für diesen Bodenbelag gibt, ist es hier.

Immerhin handelt es sich hierbei um einen Nassbereich, bei dem es naheliegt, dass möglichst keine Flüssigkeit in die Oberfläche der Fliesen eindringen sollte.

Diejenigen, die aktuell jedoch überlegen, die Fliesen in der Dusche versiegeln zu lassen, sollten berücksichtigen, dass einem höheren Schutz und einer ansprechenden Optik eine verstärkte Rutschgefahr gegenübersteht.

Daher wird empfohlen, Fliesen in solchen Bereichen nicht zu versiegeln, sondern lieber zu imprägnieren. Auf diese Weise kann die Sicherheit in den eigenen vier Wänden oft noch ein wenig erhöht werden.

Alte Fliesen versiegeln

Viele Haus- und Wohnungsbesitzer kennen das Problem: im Laufe der Zeit nutzen sich Fliesen ab. Wer diesem Effekt ein wenig besser vorbeugen möchte, sollte sich immer mit Hinblick auf seine Möglichkeiten erkundigen, auch alte Fliesen zu versiegeln. Auf diese Weise ist es oft möglich, weiteren vorzeitigen Gebrauchsspuren entgegenzuwirken.

Inwieweit bereits bestehende Schäden möglicherweise ausgebessert und „unsichtbar“ gemacht werden können, ist vom individuellen Einzelfall abhängig.

Fliesen nachträglich versiegeln

Selbstverständlich können Fliesen nicht nur beim Einbau versiegelt werden. Wer möchte, kann hier auch nachträglich aktiv werden.

Egal, ob nach einem oder nach mehreren Jahren: Es ist in der Regel immer möglich, die besagte Schutzschicht auch noch nachträglich zu schaffen. Hier gilt die „Faustregel“: Je früher desto besser. Denn: nicht alle Schäden, die bis zum Zeitpunkt der nachträglichen Versiegelung entstanden sind, können dann noch repariert werden.

Fliesen versiegeln: Hausmittel

Wer die Oberfläche seiner Fliesen etwas robuster gestalten möchte, schaut sich oft im Bereich der Hausmittel um. Kein Wunder. Immerhin gibt es hier durchaus einige Tricks, die schon zu Großmutters Zeiten „in“ waren. Die meisten Hausmittel zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass ihr Effekt in zeitlicher Hinsicht eher überschaubar ist.

Zudem sollte berücksichtigt werden, dass vor allem empfindlichere Fliesen nicht immer optimal auf bestimmte Hausmittel reagieren.

Feinsteinzeugfliesen versiegeln

Feinsteinzeugfliesen sind besonders robuste Vertreter ihrer Art. Dies liegt unter anderem daran, dass sie bei vergleichsweise hohen Temperaturen gebrannt werden. Die fast geschlossenen Poren machen diesen Bodenbelag sehr widerstandsfähig.

Besagte Widerstandsfähigkeit kann jedoch durch eine anschließende Politur ein wenig beeinflusst werden. Die beste Lösung stellt es daher dar, den Belag nach dem Polieren zu imprägnieren und zu versiegeln. Wer sich diese Schritte ersparen möchte, sollte sich daher für die unpolierte Variante entscheiden.

In welchen Bereichen ist Fliesenschutz besonders wichtig?

Ein verlässlicher Fliesenschutz ist vor allem dann wichtig, wenn die betreffenden Bereiche rege genutzt werden, der Boden geschont werden und Gebrauchsspuren vorgebeugt werden soll. Viele Haus- und Wohnungsbesitzer nutzen Fliesenschutz auch gern „vorsichtshalber“, um von Vornherein eine höhere Stabilität zu gewährleisten.

Besonders elegant: Glasierte Fliesen

Glasierte Fliesen kommen so gut wie immer nur an der Wand oder an der Decke vor. Bei ihnen handelt es sich um spannende Eyecatcher, die vor allem im Bad gut ankommen. Gerade im minimalistisch oder skandinavisch eingerichteten Wohnbereich stellen sie jedoch eine willkommene Abwechslung zu anderen Fliesenvarianten dar.

Erfahren Sie hier alles zu glasierten Fliesen.

Bodenfliesen versiegeln oder imprägnieren?

Sollten Fliesen besser versiegelt oder imprägniert werden? Ist es sinnvoll, beides (Imprägnieren und Versiegeln) miteinander zu verbinden? Diese Fragen können nicht standardisiert beantwortet werden. Es ist immer von der jeweiligen Fliesenart, aber auch von dem Bereich, in dem der Bodenbelag zum Einsatz kommt, abhängig.

Fliesen im Badezimmer sollten beispielsweise immer nur imprägniert und nicht versiegelt werden, um die Rutschgefahr zu minimieren.

Fliesen ölen

Viele entschließen sich dazu, ihre Fliesen in regelmäßigen Abständen zu ölen und nutzen hierzu unter anderem ätherische Öle. Mit deren Hilfe verbreitet sich „ganz nebenbei“ ein angenehmer Geruch in den eigenen vier Wänden.

Fliesenfugen versiegeln

Grundsätzlich ist es nicht schwer, Fliesenfugen selbst zu versiegeln. Mit den passenden Tricks und dem nötigen Equipment gestaltet sich das Vorgehen ganz einfach.

  1. Als Erstes muss die Fläche nach dem Verlegen/Fugen mit sauberem Wasser abgespült werden, bevor entweder eine Sprühversiegelung für schnelle Ergebnisse oder eine flüssige Version aufgetragen wird. Diese dauert zwar länger, aber bietet mehr Schutz, je nachdem, wie lange sie aushärtet (normalerweise 40 Stunden).
  2. Vergewissern Sie sich, dass keine Rückstände von Reinigungsmitteln, die während der Verlegung verwendet wurden, zurückgeblieben sind. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie Fliesen und Fugen polieren, nachdem sie versiegelt wurden.

Fliesen richtig versiegeln – diese Materialien sind wichtig

Wer Fliesen versiegeln möchte, braucht natürlich das passende Equipment. Diese Produkte sind hierbei unerlässlich:

  • Das Versiegelungsmittel
  • Ein Anti-Kalk Reiniger
  • Handschuhe zum Schutz der Haut
  • Ein Behältnis für das Versiegelungsmittel
  • Ein Lappen
  • Ein Schwamm

Vorbereitung Fliesenversiegelung

Fliesen dürfen nur dann versiegelt werden, wenn sie komplett trocken und sauber sind. Daher ist es im ersten Schritt wichtig, den Bereich gründlich zu reinigen. Um sicherzugehen, dass sich die Fliesen nicht unansehnlich verfärben, macht es Sinn, das Mittel, das verwendet werden soll, an einer kleinen, unsichtbaren Stelle im Vorfeld zu testen.

Je nach Fliesenart ist es dann nötig, nicht nur zu versiegeln, sondern auch zu imprägnieren. Die meisten Mittel sind ergiebig und lassen sich vollkommen unkompliziert – natürlich auch auf größeren Flächen – anwenden. Genauere Hinweise finden sich natürlich immer auch auf den jeweiligen Verpackungen.

Nano-Versiegelung

Wer Interesse an einem besonders langen und effektiven Schutz hat, sollte sich für die sogenannte Nano Versiegelung entschieden. Die entsprechende Flüssigkeit basiert auf besonders kleinen Details, die dazu in der Lage sind, noch tiefer in die Fliesen einzudringen. Gleichzeitig perlt das Wasser auf der Oberfläche besser als bei klassischen Versiegelungen ab. Dieser Effekt beugt somit auch der Entstehung von Kalkflecken vor.

Das Ergebnis: eine ansprechende Optik und eine unkomplizierte Reinigung.

Häufige Fragen zum Versiegeln vom Fliesen

 

Was bedeutet Fliesen versiegeln?

In der Regel werden die Fliesen durch eine Versiegelung geschützt. Das Eindringen von Flüssigkeiten wird so weit wie möglich verhindert und wenn sie versiegelt sind, sollte die Reinigung viel einfacher sein, weil kein Schmutz eindringen kann!

Wann Fliesen versiegeln?

Was die Pflege und Reinigung angeht, mag es zunächst vorteilhafter erscheinen, Fliesen zu versiegeln. Die schmutzabweisende Wirkung ist deutlich größer und bietet einen Schutz vor den Elementen, die sich jahrelang an ihnen reiben. Aber es gibt auch Nachteile – wie eine geringere Rutschfestigkeit oder sogar aufsteigende Feuchtigkeit!