Fliesen reparieren anstatt ersetzen

Viele Fliesenbesitzer kennen es: Macken, Risse, Sprünge in der Fliese, verursacht durch kleinere Unfälle. Ärgerlich, aber nicht immer vermeidbar. Vor allem aber: kein Grund zur Panik! Es gibt verschiedene Lösungsansätze, ohne gleich den ganzen Fliesenboden neu zu verlegen.

Zum einen können Sie darüber nachdenken, die einzelne beschädigte Fliese auszutauschen – funktioniert auch bei mehreren zu ersetzenden Fliesen.

Weiße Fliese mit MackeEine zweite Alternative ist es die Fliese zu reparieren beziehungsweise auszubessern. Hierfür gibt es verschiedene Tipps, Tricks, Werkzeuge und Reparatursets. Erfahren Sie hier, wie Sie Fliesenrisse reparieren, Macken und Löcher in Fliesen ausbessern und vieles mehr!

Welche Fliesenschäden können ausgebessert werden?

Nicht jedes Ausmaß an Schäden kann problemlos ersetzt werden. Folgende Fliesenschäden können aber in einigen Fällen durchaus ausgebessert werden:

  • Kleine Risse
  • Kratzer und andere kleinere Macken
  • Kleine Brüche und Sprünge
  • Beschädigte Fugen

Dabei ist es im Übrigen unerheblich, ob Sie eine Wand- oder Bodenfliese reparieren beziehungsweise ausbessern möchten. Beides ist möglich und funktioniert im Prinzip genau gleich!

Beschädigte Fliese reparieren oder ersetzen?

Zunächst muss der Schaden genau evaluiert werden, um zu entscheiden, ob die beschädigte Fliese repariert werden kann. Kann die Fliese noch „gerettet“ werden oder sollte sie lieber direkt ersetzt werden? Voraussetzung für einen Austausch ist natürlich unter anderem ein Restbestand der Originalfliesen oder eine gute Verfügbarkeit, so dass Ersatz gekauft werden kann. Vor dem Kauf muss abgeklärt werden, ob die Ersatzfliese wirklich genau gleich wie Ihr Original zuhause ist.

Darüber hinaus sollte erwähnt werden, dass eine intakte Fliese Feuchtigkeit besser abhält als eine reparierte. Zudem sind signifikante Schäden natürlich schwieriger auszubessern als kleinere Macken. Sollte der Schaden an der Fliese also sehr groß sein, empfiehlt sich eher ein Austausch.

Auch hat jeder Mensch andere ästhetische Ansprüche. So fallen manchen Leuten kleinere Beschädigungen kaum auf, während andere schon der kleinste Makel in den Wahnsinn treibt.

Fliesen-Reparatur: Werkzeug und Zubehör

Für eine erfolgreiche Reparatur der beschädigten Fliesen werden entsprechendes Werkzeug und Zubehör benötigt. Dazu gehören:

  • Tuch beziehungsweise Schwamm zur Reinigung der Fliese, bevor sie überhaupt bearbeitet wird. Ein wenig Wasser beziehungsweise Fliesenreiniger kann dabei sicher helfen – achten Sie aber unbedingt auf die Angaben des Fliesenherstellers bezüglich Reinigung und Pflege.
  • Malerkrepp, um die Fliese so abzudecken, dass umliegende Fliesen nicht betroffen werden
  • Fliesenkleber (Reparaturkleber) und Klebepistole zur Ausfüllung von kleinen Löchern, Rissen und ähnlichen Beschädigungen.
  • Ein Spachtel dient zur Verteilung des Klebers.
  • Schleifpapier, um Klebemasse, die über den ausgebesserten Bereich hinaussteht, zu entfernen.
  • Fliesenlack oder Lackstift (je nach Größe des Schadens) für den perfekten Farbton für Ihre „neue“ Fliese.
  • Pinsel zum Auftragen des Lacks.
  • Fliesen-Reparatur-Sets sind ebenfalls erhältlich. Diese Fliesenreparatur-Kits vereinbaren verschiedene der oben genannten Instrumente.

 

Beschädigte Fliesen ausbessern: So geht’s!

Um eine beschädigte Fliese auszubessern, sind folgende Schritte nötig:

1. Beschädigte Fliese vorbereiten

Um die beschädigte Fliese vorzubereiten, sind zwei Unterschritte nötig. Zunächst sollte die Fliese gründlich gereinigt werden. Verunreinigungen wie Fett, Staub oder sonstiger Schmutz sollten entfernt werden. Dafür kann ein Schwamm oder ein Tuch verwendet werden. Ob Sie lediglich etwas Wasser oder einen Fliesenreiniger verwenden sollten, entnehmen Sie bitte den Herstellerangaben. Wenn die Fliese feucht gereinigt wurde, sollte sie nach der Reinigung erst einmal gründlich trocknen, bevor weitere Schritte folgen.

Im Anschluss sollte die beschädigte Fliese ringsum mit Malerkrepp abgeklebt werden. Das dient dazu, dass umliegende Fliesen nicht während der Fliesenausbesserung verunreinigt oder beschädigt werden.

2. Beschädigungen an der Fliese verschließen

Um die Beschädigungen an der Fliese zu verschließen beziehungsweise zu verfüllen, wird Fliesenkleber verwendet. Hier gibt es spezielle Fliesen-Reparaturkleber – im Fliesenfachhandel oder Baumarkt werden Sie sicher diesbezüglich beraten.

Der Kleber sollte mit einer Klebepistole vorsichtig in die beschädigte Stelle eingedrückt werden. Gehen Sie langsam und sorgfältig vor, um Überstände des Klebers soweit wie möglich zu reduzieren. Ein Spachtel hilft abschließend dabei, den Kleber so zu verteilen und grobe Überstände direkt abzutragen. Im Anschluss sollte die Fliese einige Zeit ruhen, bis der Kleber getrocknet ist. Achten Sie auf die Herstellerangaben für eine genaue Zeitangabe.

3. Fliese nachbearbeiten

Ist der Fliesenkleber eingetrocknet, kann das Malerkrepp entfernt werden. Im Anschluss können mögliche Rest-Überstände vom Kleber mit Schleifpapier abgeschliffen werden. Mit Lackfarbe oder Lackstift kann die beschädigte Fliese zum Abschluss neu lackiert werden. Achten Sie auf Herstellerangaben zur Anwendung und Trocknungszeit.

 

Fliesen erneuern für ein neues Wohngefühl – wenn Sie diese Schritte beachten, funktioniert die Fliesenausbesserung wunderbar! Im Zweifelsfall kontaktieren Sie einen Profi, der Sie berät, ob ein Fliesenaustausch oder eine Reparatur zu empfehlen ist – und diese dann auch für Sie durchführt.